Blickwechsel

I-DANCE Taipei 2019

Henrietta Horn & Matthias Geuting

06. & 07. November 2019, 19.45h | Performance

08. & 09. November 2019, 10-13h & 14h-17h | Workshop

Taipei / Taiwan

Blickwechsel ist ein ganz aus der Improvisation gewonnener Abend, voller überraschender, unvorhergesehener und unvermuteter Konstellationen.

Im März 2015 trafen sich die Choreographin Henrietta Horn und der Musiker Matthias Geuting zum ersten Mal mit einer Gruppe von Tänzern. Ihr gemeinsames Interesse: Die freie, ungeformte Improvisation ohne Ergebnis oder Ziel. Motivation war allein die Neugier auf das, was sich in diesen Treffen entwickeln, und wie die Beteiligten miteinander agieren würden.

Aus den unregelmäßigen Treffen entwickelte sich eine feste Gruppe, die sich bei diesen sonderbaren und einzigartigen Begegnungen bald die Frage stellte, was wäre, wenn wir das vor und mit einem Publikum versuchen würden. Was würde sich ändern, ist das, was wir tun überhaupt einem Publikum zumutbar, ist Gestaltung notwendig und wenn ja, wie viel? Im November 2015 kam es dann im Neuen Vortragssaal der Folkwang Universität der Künste zu einem ersten Experiment. Vor einem interessierten (und sehr toleranten) Publikum stellten sich die Künstler den Fragen nach Regeln, Perspektiven, Erlaubtem und Nicht-Erlaubtem, Freiheit und dramaturgischer Unwucht.

Choreografin Henrietta Horn der Musiker Matthias Geuting und die TänzerInnen lassen sich immer wieder erneut auf das Wagnis Improvisation ein. Jede Improvisation birgt ein gewisses Maß an Ungewissheit – und darin liegt die Chance dem die TänzerInnen nachzuspüren versuchen um neuen Blicken und Ideen Raum zu schaffen. Blickwechsel ist ein ganz aus der Improvisation gewonnener Abend, voller überraschender, unvorhergesehener und unvermuteter Konstellationen. Die Fähigkeit und Bereitschaft zum blitzschnellen Wechsel der Perspektive ist bei DarstellerInnen wie Publikum gefragt, denn all tänzerischen und musikalischen Aktionen werden buchstäblich aus dem Moment heraus erfunden, entwickelt und auf ihr Potential hin erkundet. Ein solcher Blickwechsel lässt Beziehungen und Nicht-Beziehungen zwischen Klang, Bewegung, Raum und Publikum entstehen und birgt das Risiko und die Freude der Unkalkulierbarkeit. Ob dramaturgische Bögen entstehen und wachsen, ob sie versanden oder abrupt zu Ende gehen, das kann niemand vorhersagen. Aber ist die Frage des »Gelingens« nicht selbst wieder eine Sache der Perspektive?


Choreografie: Henrietta Horn